Ich und mein Geist: Stufenweise Einführung in den offenen Raum der Leerheit

In der tibetisch-buddhistischen Tradition sind es traditionell die sogenannten “vier vorbereitenden Übungen” (Ngöndro), die als Hinführung zu Mahāmudrā-Meditation dienen. In der buddhistischen Überlieferung in Indien war es allerdings die stufenweise Meditation über Leerheit, die als Vorbereitung für Mahāmudrā verwendet wurde. Khenpo Tsültrim Gyatso Rinpoche hat die Ausübung dieser Meditationsfolge vor allem unter seinen westlichen Schülern als essentiell betont.

Wir werden kurz erörtern was Leerheit im buddhistischen Sinne ist und was nicht, und warum die Meditation über Leerheit ein essentieller Bestandteil des Pfades ist.

Die klassische “Stufenweise Meditationsfolge über Leerheit” besteht aus fünf Stufen: Untersuchung des “Ich” (Śrāvaka), scheinbar äusserer, wahrgenommener Phänomene (Cittamātra), des wahrnehmenden Bewusstseins (Svātantrika-Madhyamaka), der Leerheit selbst (Prāsaṇgika-Madhyamaka), und der Einheit von Leerheit und Gewahrsein (Shentong).

An diesem Wochenende beschäftigen wir uns mit den ersten beiden dieser fünf Stufen. Beginnend mit der Annahme eines unveränderlichen Persönlichkeitskerns—unseres geliebten “Ich”—(Stufe der Śrāvakas) irgendwo in uns, werden wir die fünf Skandhas als die Bestandteile unseres Körpers und Geists gründlich nach einem “Ich” durchsuchen. Wir werden auch der Frage nachgehen, warum der Buddha dies als von grundlegender Wichtigkeit für die Befreiung aus Samsara angesehen hat.

Der zweite Schritt besteht aus der Untersuchung der Vorstellung einer wirklich existierenden Aussenwelt unabhängig von unserer Wahrnehmung (Cittamātra-Stufe). Was bleibt übrig, wenn alle Erscheinungen wie ein Traum und eine Illusion sind?

Unser Wochenend-Kurs wird aus einer Mischung von Vortrag, Diskussion, und Meditationsübungen bestehen.

Die übrigen drei Stufen—Svātantrika-Madhyamaka, Prāsaṇgika-Madhyamaka, und Shentong—werden im Rahmen eines zweiten Wochenendes in nächsten Jahr behandelt.